Montag, 14. Mai 2012

Fensterbank aktuell KW 20

Auf der Fensterbank hat sich einiges getan.

Auch das Limetten-Öl ist inzwischen limettig genug und wurde abgefüllt. Der Limetten-Essig war ja bereits fertig. Der Bärlauchblütenessig wurde mit ca. 500 ml Essigessenz-Wasser-Mischung gestreckt und noch eine weitere Woche stehengelassen. Inzwischen ist er abgefüllt und darf in den kühlen Vorratskeller umziehen.


Nachdem die Fensterbank damit quasi leer war, kam am Wochenende ein Versuch hinzu, den wir in Erinnerung an den letzten Sommerurlaub in Südfrankreich gestartet haben. Das nette Ehepaar in Besançon, bei dem wir eine Nacht couchsurften auf unserem Weg in den Süden, hat uns wunderbar leckeren Kirschwein verkosten lassen. Entstanden war der, indem einfach junge Kirschblätter in Rotwein eingelegt wurden und genau das haben wir jetzt auch einmal versucht. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt!


Samstag, 12. Mai 2012

"Naturkosmetik einfach selbstgemacht" - Rezension

Naturkosmetik ist trendy und in. Von Cremes bis Shampoo bis Make-Up kann man alles selber machen statt einzukaufen. Find ich total interessant, hab auch schon dieses und jenes Rezept aus den Weiten des Netzes ausprobiert und daher nun die Gelegenheit ergriffen, dieses Buch für BloggdeinBuch anschauen zu dürfen.


Erschienen ist es im Ulmer-Verlag und kann im dortigen Webshop bestellt werden.

Neben jeder Menge Hintergrundinfos zu verschiedenen Themen der Schönheitspflege und zu den Zutaten findet sich auch ein äusserst umfangreicher Rezeptteil mit erprobten Rezepten und vielen Grundrezepten, die man nach eigenen Wünschen abwandeln kann.

Praktischerweise findet sich auf der doppelt gearbeiteten Umschlagseite eine Zusammenstellung mit absoluten Anfängerrezepten und ein paar kurze Ideen aus der sog. Küchenkosmetik. Darauf folgen fast 30 Seiten mit Infos zum Thema Haut, Haare, Zähne, Nägel, über die Werkzeuge in der persönlichen Kosmetikwerkstatt und über die Rohstoffe und deren Einkauf. Über Basiswissen wir man herangeführt an die Rezepte, die sich über etwa 60 Seiten erstrecken. Aufgeteilt sind diese in sinnvollen Kapiteln, je nach Einsatzbereich wie Haarpflege, Zahnpflege, Für Hände und Nägel und so weiter. Zu jedem Rezept gibt es eine kurze Erklärung, für wen oder für welche Zwecke es geeignet ist.
Den Abschluss des Buches bilden noch 10 Seiten mit Grundlagenrezepten, die man beliebig abwandeln kann, und unter anderem mit einem "1x1 der Wirkstoffe". Es folgt ein "FAQ" sowie ein umfangreicher Serviceteil mit Bezugsadressen. Die hintere, wieder doppelt gestaltete Umschlagseite, ist dem Thema "Harmonie der Düfte" gewidmet und beschreibt, welche Düfte gut zueinanderpassen. Ausserdem findet sich unter der Überschrift "Beautycase für unterwegs" eine Zusammenstellung von Rezepten aus dem Buch für Basics, die man auf Reisen mit sich führen kann.

Alles in allem finde ich das Buch super. Das Problem beim Selbermachen von Kosmetik ist ja immer, dass man so viele Zutaten braucht, die man nicht mal eben einfach zu Hause hat, dass es zum "Mal eben ausprobieren" einfach zu umständlich ist. Da finde ich das Kapitel mit den Grundlagenrezepten schon besser, weil man dafür einfach verwenden kann, was man eben hat. Andererseits braucht es für die Rezepte in diesem Grundlagenkapitel schon ein wenig Übung, die man als Anfänger eben noch nicht hat. Dennoch, ein gutes Buch mit sehr vielen sehr spannenden Rezepten, die Lust auf selbstgerührte Naturkosmetik machen. Kaufen und einfach mal ausprobieren, für den Preis macht man nicht viel falsch!

Donnerstag, 10. Mai 2012

Zicken, Muttertagsgedichte und ein Feueralarm

Mensch, war das heute ein Schultag!

Erste Stunde, Freiarbeit in Klasse 3. Mehr oder weniger alle sind mehr oder weniger fleissig. Sehr gut. Auftrag der Lehrerin für mich: einfach mal rumschauen, wer Hilfe braucht und denen helfen. Und ansonsten müsse Pamela noch einen Aufsatz verbessern und abgeben, der könnte ich auch noch helfen.
Pamela! Ausgerechnet Pamela! Meine erste Begegnung mit ihr hinterließ bleibende Spuren. Es war Stundenende, alle Kinder am Aufräumen und die Lehrerin verkündete, es dürfe noch ein Spiel gespielt werden, weil alle ruhig und aufmerksam gearbeitet haben. Pamela stand gerade neben der Lehrerin und ließ die erledigten Aufgaben kontrollieren und sagte sofort in absolut zickigem Ton, dass aber ja wohl bitteschön sie anfangen würde bei dem Spiel und sonst keiner. Na, danke auch...

Pamela hab ich also abgespeichert als totale Nervensäge und Zicke und dieses Bild hat sich in den auf die erste folgenden Stunden nicht wirklich verbessert, sondern eher noch gefestigt. Ich war also auf einiges gefasst heute, als ich bei keinem anderen was zu Helfen fand und zu Pamela an den Tisch schlenderte. Ihre erste Antwort auf meine Frage, ob wir den Aufsatz zusammen verbessern wollen, war auch ein patziges "Ich mach das aber am Computer!" Kein Problem, dann verbessern wir den Aufsatz eben zusammen am PC. Und damit hatte ich ihr wohl irgendwie den Wind aus den Segeln genommen, denn von ihr kam nur noch ein leises "Okay!".

Und dann arbeiteten wir wirklich Satz für Satz diesen Aufsatz durch, Pamela die gesamte Zeit aufmerksam und konzentriert. Sie fand mit ein wenig Unterstützung zu jedem der Tipps, die die Lehrerin ihr für den Probeaufsatz aufgeschrieben hatte (zu viele Wiederholungen, zu wenig abwechslungsreiche Satzanfänge, zu wenig wörtliche Rede), eine gute Lösung und nach der Stunde hatten wir zumindest die erste Hälfte des (echt supermiesen Probe-)Aufsatzes in einen sehr gut les- und verstehbaren Drittklässler-Aufsatz verwandelt. Und das ganz ohne Gezicke und Generve, sondern mit einer fröhlichen und gutgelaunten Pamela. Ich war mehr als überrascht. Die Lehrerin ebenso. Und Pamela? Bekam ein dickes, fettes, motivierendes Zusatzlob und strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

Die darauffolgende Stunde war Freiarbeit in Klasse 2. Eine superunruhige Klasse, in der die Freiarbeit im allgemeinen eher wenig Spaß macht, weil alles sehr chaotisch erscheint und die Lehrerin nur wenig eingreift, selbst wenn es so laut und unruhig ist, dass konzentriertes Arbeiten unmöglich wird. Insgesamt also nicht wirklich meine Lieblingsklasse. ;) Heute hatte die Lehrerin aber eine sehr gute Idee, wie sie mich einbinden konnte: ich durfte mir von jedem Kind das im Wochenplan stehende Muttertagsgedicht vorlesen lassen. Das klappte toll! Die Kids waren total begierig darauf, mir das Gedicht vorzulesen und wenn ich gerade mal Leerlauf hatte, schnappte ich mir einfach eines der Kinder und lies mir schnell vorlesen. Echt toll! Und die Kids waren froh und glücklich, dass sie vom Wochenplan auf schnelle und einfache Art wieder eine Aufgabe abgehakt hatten. Yeah! Und ich? Ich bekam etwa 20 Muttertagsgedichte an einem Tag. Wann hat man sowas schon mal!?

Dann Schulwechsel, die letzte Stunde für heute hatte ich wieder in einer Dritten. Eine supernette Klasse mit einer supernetten Lehrerin. Da macht der Unterricht jedes Mal Spaß und ich freu mich immer auf die Stunde dort. Donnerstag ist in der Klasse immer Wochenplanstunde in der Stunde, in der ich als Zusatzkraft da bin. Im Prinzip also auch Freiarbeit, aber an vorgegebenen (statt bei tatsächlicher Freiarbeit selbstausgesuchten) Aufgaben. Ich steh zum Kontrollieren und für Fragen in der Gegend rum, laufe hin und her, schaue hier, helfe dort - und die Lehrerin Frau Kuss kontrolliert derweil die Wochenplanaufgaben auf Vollständigkeit. Klappt im Allgemeinen super, die Klasse arbeitet immer sehr ruhig und konzentriert und es tauchen nur wenige Fragen auf, die nicht durch "Lies die Aufgabe nochmal genau durch" beantwortet werden können.

Heute lief alles super an, die Kids legten mit Feuereifer los und steigerten Adjektive, wie es die Aufgabe im Buch erforderte, während Frau Kuss einen Wochenplanordner nach dem anderen durchschaute. Bis plötzlich eine superunangenehme laute Klingel die Stille unterbrach. Frau Kuss schaute supergenervt zu mir (das war schon die zweite Stunde heute, in der kein normaler Unterricht möglich war, denn in der Stunde vor der Pause standen VERA-Arbeiten auf dem Programm) und dann taten wir, was bei so einem Probe-Feueralarm eben zu tun ist: Aufstellen in Zweierreihen, langsam die Tür auf und schauen, ob der Gang vielleicht schon brennt oder verqualmt ist, zügig in den Pausenhof laufen und dort aufstellen und durchzählen. Stehenbleiben, mit den Kollegen und den - natürlich superaufgeregten! - Schülern schwätzen bis der Gong ertönt und dann wieder geordnet-chaotisch hoch ins Klassenzimmer.

Als alle wieder sassen, kassierte der Tagebuchdienst erstmal einen Anschiss, denn die zwei Mädels hätten eigentlich VOR der ersten Stunde das Klassentagebuch aus dem Lehrerzimmer holen müssen. Hatten sie wohl verpennt und im Ernstfall hätte so eventuell ein Vertretungslehrer oder ein Lehrer, der die Klasse nicht kennt, nicht sagen können, ob alle da sind oder doch noch ein Schüler irgendwo im Haus rumirrt! Dann haben wir bestimmt 10 Minuten lang Fragen beantwortet, was man macht, wenn Alarm ist und man ist grad auf dem Klo, und was man macht, wenn im Gang schon Feuer ist oder Rauch und so weiter...
Irgendwann haben wir das dann abgebrochen und die Kids weiterarbeiten lassen und entgegen meiner Vermutung hatten tatsächlich bis kurz nach Stundenende (Frau Kuss brauchte ein wenig länger als diese eine Schulstunde für alle Wochenplanordner und ich hab ihr einfach ein paar Minuten meiner Freizeit geschenkt und blieb noch ein bissl) fast die gesamten Aufgaben geschafft und zwar richtig!!!

Ich glaube, das war heute einer der aufregendsten Schultage, die ich bisher erlebt hab.... Aber es war schön und hat jede Menge Spaß gemacht!

Mittwoch, 9. Mai 2012

Lieblings-Schwiegersohn der Nation

Auf der re:publica 2012 hat der Regierungssprecher Steffen Seibert ein superinteressantes Interview gegeben und sich damit in die Herzen der (potentiellen) Schwiegermütter der Nation und der gesamten Netzgemeinde eingeschlichen. So sehr man auch kritisch sein wollte, er war smart, er war eloquent (ja, klar, als Regierungssprecher!), er war witzig...
Und die hervorragende, immer strahlend-lächelnde Geraldine de Bastion (die auch als Moderatorin für mich ein absolutes Highlight auf der #rp12 war) rundet dieses Interview einfach wunderbar ab.



Sehenswert! Hörenswert! Like! ;)

Montag, 7. Mai 2012

Auf Lederstrumpfs Spuren

Das gesamte vergangene WE war ja irgendwie nicht so wirklich prickelndes Wetter. Im Wildparadies Tripsdrill waren dennoch "Natur-Erlebnisse mit Lederstrumpf" angesagt und so rafften wir uns am Samstag Nachmittag auf und fuhren kurzentschlossen doch noch "rüber". Gegen 16 Uhr sollte eine Vorführung stattfinden, wie man ohne Feuerzeug und Streichholz Feuer macht.

Der Parkplatz war fast leer und uns kamen einige Leute entgegen, als wir Richtung Wildsauschenke liefen, da war uns schon klar, dass wir ziemlich alleine sein würden bei der Vorführung. Angekommen stellte ich fest, dass der Haupt"darsteller" Oli von einfach natur war, den ich schon länger online "kenne", aber noch nie im realen Leben getroffen hatte. Das versprach ein sehr interessanter Nachmittag zu werden.

Die Kids gossen mit Gips Tierspuren, bastelten kleine Holzamulette mit selbstgedrehter Schnur und - DAS Highlight - sie durften unter der superlieben Anleitung von Annette von der Naturkräuter-Schule selber in Steinzeittechnik Löffel herstellen!


So sah das Fast-Endergebnis dann aus! Bis dahin war es aber eine  Menge Arbeit (und Zeit!). Man bekam einen halben Baumstamm - okay, einen Abschnitt von ca. 20 bis 30 cm von einem Ast mit nem Durchmesser von vielleicht 10 cm. Der wurde halbiert und den Teil bekam man dann. Dazu dann ein Stückchen Kohle/Glut und damit wurde dann in mühevoller Pustearbeit eine Vertiefung in das Holz gebrannt. Hier wird gerade bei einem fast fertigen Löffel die Vertiefung noch tiefer gemacht...



Das dauerte ungefähr ein Stündchen - und nachdem die Kids relativ bald keine Lust mehr hatten, haben dann wir Großen weitergemacht. Danach wurde noch mit einem Hackebeilchen eine sehr grobe Löffelform rausgehackt. Und die musste dann weiter bearbeitet werden mit dem Schnitzmesser.


Wir sind dann so gegen 7 nach Hause, glücklich und zufrieden und mit der Verabredung, am nächsten Tag wiederzukommen. Haben wir dann auch gemacht. Noch mal zugeschaut, wie mit Feuerbogen Feuer entfacht wird, jede Menge interessante Gespräche geführt, viel gelernt und vor allem: Löffel gemacht! Diesmal vor allem wir Großen, denn wir hatten echt Spaß dran bekommen am Vortag, als wir den Kindern geholfen hatten, nun wollten wir eigene Löffel! Und sind tatsächlich am späten Sonntagnachmittag jeder mit einem Löffel nach Hause gekommen. Glücklich, nach Rauch stinkend, entspannt!

Was für ein unglaublich schönes Wochenende!
Vielen Dank noch mal an Oliver von einfach natur und an Annette von der Naturkräuter-Schule für die viele Geduld, die netten inspirierenden Gespräche und das einfach wunderschöne Event! Wir haben uns so sauwohl gefühlt bei euch! Und wir sehen uns wieder, davon bin ich überzeugt!

Freitag, 4. Mai 2012

Euer Internet ist nur geborgt

Vielleicht hat ausser mir noch jemand Lust, sich nach der Lektüre des tollen Spiegel-Online-Artikels von Sascha Lobo "Euer Internet ist nur geborgt" noch zu diesem Thema den Überraschungsvortrag am ersten Tag der diesjährigen re:publica anzusehen, hier ist er:



Und wer noch Zeit hat, kann sich an einem Vortrag der tollen Miriam Meckel von der re:publica 2010 mit dem Titel "This object cannot be liked" erfreuen, der zwar schon älter ist, aber irgendwie genau das zum Thema hat, was Lobo auch mit dem geborgten Internet meint:



Viel Spaß beim Anschauen!

Fensterbank aktuell KW 18

Limetten-Essig und Limetten-Öl habe ich heute früh gerade umgerührt und verkostet. Der Essig ist schon super, das Öl wird langsam limettig! Fein, fein! Ein wenig werde ich die beiden aber noch stehen- und ziehenlassen...

Aktuell hinzugekommen ist ein Re-Make von einem Erfolg aus dem letzten Jahr: Bärlauchblüten-Essig


Wobei wir es da mit den Mengenangaben im Rezept nicht soooo genau nehmen und eher ein Konzentrat herstellen, das dann noch mit "frischem" Essig gestreckt wird. Auch dieses Jahr haben wir uns wieder für einen Ansatz mit Rosé-Essig entschieden - und das Ergebnis schmeckt schon nach wenigen Tagen Stehenlassen superlecker und superintensiv.

Wer den Essig nachmachen will, sollte sich beeilen, der Bärlauch blüht gerade schon, zumindest bei uns und in absehbarer Zeit ist die Gelegenheit vorbei...